Podologie-Praxis Gabriela Stahl

Lehrlingstagebuch

Lehringstagebuch von Nanuschka Bär

Unsere Lernende Nanuschka Bär nimmt Sie an dieser Stelle mit auf Ihre 3 jährige Reise durch Ihre Lehrzeit und verschafft Ihnen somit einen guten Einblick über den Beruf als Podologin.

Lesen Sie hier in regelmässigen Abständen welche neuen spannenden Herausforderungen und Abenteuer sich Frau Bär stellen muss und wie sie an Ihren Erfahrungen wächst.

Nanuschka Bär

13. Woche in Horgen

In dieser Woche lernte ich viele neue Fachbegriffe kennen, wie zum Beispiel:
- plantar = Fusssohle
- Medial = innen Seite des Fusses
- Lateral = aussen Seite des Fusses
- Distal = Fussrücken

In der Berufsschule, im Fach Biologie behandeln wir zurzeit das Thema Zytologie (Zelllehre).

Unsere Lehrerin erklärte und anhand von Bildern die Zellteilung (Mitose, Meiose) – In einer Zelle wird das Erbgut (DNA) verdoppelt.

Wenn Lebewesen wachsen, werden nicht einfach die einzelnen Zellen grösser. Lebewesen wachsen durch Zellteilung. Diese Zellteilungen laufen ununterbrochen. Zuerst teilt sich der Kern, danach bildet sich zwischen den beiden Zellkernen eine neue Zellwand. Die einzelnen Schritte der Zellteilung kann man in einzelne Abschnitte (Phasen) teilen. Eine Zellteilung, bei der sich aus einem Zellkern zwei Tochterzellen bilden, die die gleiche Chromosomenzahl haben, heisst Mitose.

Mein Vater kommt am 14. November zu mir als Modell in die Behandlung. Ich freu mich sehr!


12. Woche in Horgen

Diese Woche behandelten wir Patienten im Altersheim in Horgen. Wir behandelten einen Patienten mit einem mallum perforans (Druckgeschwür) an der Fusssohle. Sein Arzt behandelte seinen Fuss. Als der Patient zu uns in die Behandlung kam, sah die Situation des Fusses folgendermassen aus: Die eine Seite war mit Hyperkeratose (Hornhaut) erhöht, so dass diese Seite um ca. 1.5 cm höher war.

Frau Wild behandelte dies durch abtragen der Hyperkeratose. Die Fusssohle wurde dadurch wieder ebenmässig, was ein angenehmeres Laufgefühl hervorruft. Dieser Patient wird am 7. November zu einer Nachbehandlung vorbei kommen. Wir können dann sehen, wie es dem Patienten in dieser Zeit ergangen ist.


10. und 11. Woche in Horgen

In diesen Wochen behandelten wir Patienten mit Diabetes. Frau Stahl und Frau Wild erklärten und zeigten mir, auf was man besonders achten muss. In meiner Freizeit informierte ich mich zusätzlich im Internet und Büchern zum Thema Diabetes, damit ich unsere Patienten fachgerecht behandeln kann.

Erklärung zu Diabetes mellitus:
Diabetes mellitus bedeutet Zuckerfluss. Es ist eine Störung des Zuckerstoffwechsels, da die Zellen im Körper, den transportierten Traubenzucker (Glukose) im Blut nicht genügend aufnehmen können. Heutzutage erkranken viele Menschen an Diabetes mellitus und werden mit Spätfolgen leben. Menschen erkranken immer früher an Diabetes durch die Veränderung der Ernährung und der Bewegung. Das Durchschnittsalter der Diabetes Typ II Neuerkrankter ist heute bis ca. 50 Jahren.

Durch den langjährigen Blutzucker werden im gesamten Körper die Blutgefässe verengt (diabetische Mikroangiopathie) wie z.B. in der Herzmuskulatur nimmt die Durchblutung ab, in den Füssen heilen Verletzungen nicht mehr so gut, etc.

Diabetes wird in zwei Typen unterschieden: Typ 1 und Typ 2

Beim Typ 1 wird im Körper zu wenig Insulin hergestellt. Eine Viruserkrankung oder der Erbfaktor können dabei eine Rolle spielen. Da der Körper dagegen Abwehrstoffe herstellt, werden die Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört. Dieser Typ wird meistens erst erkannt, wenn die meisten Zellen schon zerstört sind, daher muss mit der Insulintherapie begonnen werden.

Beim Typ 2 spielt die Überernährung eine Rolle. Durch die Überernährung werden die Körperzellen gegenüber dem Insulin resistent, deshalb wird immer weniger Glukose in die Zellen transportiert. Die Empfindlichkeit der Zellen kann am Anfang durch körperliches Training oder durch eine Diät verbessert werden, aber nach einiger Zeit muss dieses durch Medikamente unterstützt werden. Wenn die Medikamenteneinnahme nicht mehr ausreichen für die Behandlung ist, muss mit der Insulintherapie fortgefahren werden.

In der 11ten Woche begann die Schule wieder. Momentan behandeln wir das Thema Immunsystem, welches sehr komplex und interessant ist. Mit Filmen, die uns vorgeführt wurden, konnten wir uns gut vorstellen wie die Abläufe in unserem Körper funktionieren.

Es handelte sich dabei, in welcher Reihenfolge was involviert wird (Organe, Zellen, etc.).

3 Prüfungen haben wir zurückerhalten:

Biologie (Pilzkunde) = 4.8
Medikamentenkunde (Mathematik) = 4.75
Ethik (Lückentest) = 6

Am 25.10.11 gehen Frau Stahl, Frau Wild und ich zusammen ins Altersheim in Horgen. Ich darf bei Behandlungen zuschauen und freue mich aufs mithelfen und dazulernen.


Achte Woche in Horgen

In dieser Woche erledigte ich Telefonate, empfing Kunden, führte Nagelpflege durch, schnitt und lackierte Nägel, und massierte Füsse etc.

Ich konnte somit Frau Wild in Ihrer Arbeit gut unterstützen, was mir Freude bereitete. Zusätzlich durfte ich neue Erfahrungen sammeln und dazu lernen.

Ich freue mich immer wieder aufs Neue den Patienten die Nägel zu schneiden, lackieren oder speziell eine Abschlussmassage zu übernehmen.

In der kommenden Woche, werde ich meine Ferien geniessen. Freue mich auf Montag, den 10.10.11, wieder in der Praxis Horgen zu Arbeiten und meine Lehrmeisterin Frau Stahl und Frau Wild zu unterstützen.


6. und 7. Woche (Fusspraxis Schwanen in Luzern)

Als die Praxis von Frau G. Stahl in Horgen für zwei Wochen Betriebswochen geschlossen war, arbeitete ich diese zwei Wochen in der Fusspraxis Schwanen in Luzern.

Am Anfang dachte ich, es wäre fast dasselbe wie in jedem Betrieb. Doch ich bemerkte, dass es doch Unterschiede gibt. Die Grösse der Praxis, die Anzahl der Angestellten und die Arbeitsutensilien spielen eine Rolle. Dieser Betrieb gestaltet ihre Arbeitstage auf eine andere Art.

Für mich war es sehr spannend zu sehen, wie andere Arbeiten und den Arbeitstag erleben. In dieser Praxis sind zwei Lernende. Eine im 2. Lehrjahr und die andere im 1. Lehrjahr.

Die Lernenden und ich hatten gemeinsame Übungsstunden, die wir gemeinsam nutzten. Wir schauten verschiedenen Gebiete zusammen an - wie zum Beispiel die Orthesentechnik, Anamnesekarte, Verbandstechnik, Massagen, etc.

Die Orthesentechnik war für mich ein neues Gebiet. Man lernt zum Beispiel wie bei einem Patienten mit Reiterzehen eine Orthese herstellt und so der Druck und der Schmerz für den Patienten lindert wird.

Eine Orthese herzustellen, finde ich gar nicht so leicht, weil der richtige Zeitpunkt eine wichtige Rolle spielt. Das Knetmaterial muss richtig geformt werden, damit es für den Patienten angenehm zum tragen ist.

Es waren spannende und lehrreiche zwei Wochen in Luzern. Ich sammelte viele Erfahrungen, die ich in meinen nächsten Lehrjahren gut anwenden kann.


Meine fünfte Woche im Lehrbetrieb

In diesen Wochen begrüssten wir neue Kunden und Kundinnen in unserem Betrieb.

Speziell für mich war eine Behandlung eines Fusses mit Infektion. Die Haut war teils aufgeplatzt und löste sich teils ab. Deshalb ist es wichtig die Füsse zu pflegen und zu kontrollieren.

In dieser Woche besuchte ich mit Frau Wild die Pflegestation. Eine Patientin hatte eingewachsene Nägel (Unguis Incarnatus) und dünne Haut. Bei der Nagelpflege durfte ich mithelfen und zum Schluss die Füsse eincremen. Frau Wild hat mir bei dieser Patientin gezeigt, wie einfühlsam und sorgfältig man arbeiten muss. Was man natürlich auch bei allen anderen Patienten macht.

Jede Woche kann ich neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln. Wie zum Beispiel beim reinigen des Labors. Ich konnte unsere Pflegemittel besser kennenlernen und lerne neue Dinge dazu.

Wir sind ein super Team. Frau Stahl, Frau Wild und ich teilen uns die täglichen und wöchentlichen Aufgaben und unterstützen einander.

Die nächsten 2 Wochen bin ich in der Praxis Schwanen in Luzern am arbeiten.


Meine vierte Woche im Lehrbetrieb

Ich finde, dass diese Wochen so schnell vorbei gehen und sehr lehrreich sind. In dieser Woche durfte ich einer Kundin (Patientin) die Fussnägel lackieren, was mir gut gelang.

Beim zuschauen bei Frau Stahl und Frau Wild habe ich neue Dinge und Probleme bei Kunden gesehen, was sehr interessant war.

Zum Beispiel habe ich ein Druckgeschwür (Malum Perforans) gesehen*

Frau Stahl hat diese Woche wieder eine Fortbildung gegeben. Ich durfte bei dieser teilnehmen und erfahren, wie es anderen geht, die ebenfalls noch nicht so viele Erfahrungen beim Nägel schneiden haben.

Am Montag hatte ich meine erste Kundin. Ich fühlte mich wohl in meiner Haut und die Kundin bestätigte mir beim Abschied, dass sie meine Behandlung als angenehmen empfunden hat. Ebenfalls bekam ich ein Kompliment von meiner Lehrmeisterin Frau Stahl. Ich freue mich jetzt schon auf weitere Behandlungen, die ich selbstständig ausführen darf.

Meine weiteren Aufgaben wie Kundenkarten verwalten, Instrumente reinigen oder Material auffüllen führe ich gerne aus. So sehe ich zum Beispiel was in den verschiedenen Mitteln drin ist, die wir benutzen.

In der Schule haben wir unseren ersten Test in Biologie zurückbekommen, was mich sehr freute. Ich hatte eine 5,1 (Anmerkung von Frau Stahl: zwei Daumen hoch!)

Jetzt folgen noch mehrere Prüfungen, auf die ich mich gerne vorbereite.

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* Das diabetische Malum Perforans:
Diese als "durchbohrendes Geschwür" bezeichnete Veränderung an der Ferse, den Zehenballen und bevorzugt an der Fußsohle ist eine häufige Begleiterscheinung beim Diabetes mellitus. Wegen der diabetischen Angiopathie und Neuropathie ist die Schutzfunktion der Haut herabgesetzt, in Schwielen und Hautrisse dringen Bakterien ein und können sich in dem ohnehin schlecht durchbluteten Gewebe ohne wesentliche Gegenwehr ausbreiten. Die Folge ist die Ausbildung von zum Teil sehr großen und tiefreichenden Geschwürsbildungen, die bis auf die Knochen und Gelenke reichen und auch dort zu Gewebezerstörungen führen. Vom primären Ulcus können sich Fistelgänge in benachbarte Gelenke oder entfernter gelegenes Weichteilgewebe ausbilden und eine langzeitige Eiterung unterhalten. Vermehrt wurden solche Fistelgänge bei Diabetikern mit schlechter Fußhygiene angetroffen. Als besondere Komplikationen eines diabetischeu Malum perforans sind die Weichteilentzündung, Osteomyelitis oder in seltenen Fällen auch eine allgemeine Sepsis bekannt. (Quelle: http://www.medizin-websites.de/diabetischer-fuss/behandlung-9/diabetisches-malum-perforans.html)
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Meine ersten 3 Wochen in der Lehre als Podologin

Ich freue mich jeden Tag aufs Neue, weil es mir riesig Spass macht, dass ich mich persönlich im Beruf weiterentwickeln kann. Es bringt mich täglich näher, dass ich selbständig Kunden betreuen und bedienen darf. Im Moment kann ich viel zuschauen und dabei lernen, auch beantwortet meine Lehrmeisterin Frau Stahl meine Fragen.

Meine jetzigen Aufgaben im Betrieb:

Wie oben bereits erwähnt, kann ich durch zuschauen und Fragestellungen mich weiterbilden. Nach jedem Kunden reinige ich die Instrumente. Als erstes werden die Instrumente im Ultraschal mechanisch gereinigt, danach spüle ich diese mit Wasser, trocken sie, verpacke Sie und schweisse Sie ein. Zum Schluss kommen sie in den Autoklav bei 134°C, damit sie absolut keimfrei sind.

Meine Lehrmeisterin Frau Stahl gibt Fortbildungskurse im Spital Horgen. Sie bildet zusammen mit zwei weiteren Fachpersonen (Diabetesfachfrau Frau V. Hegglin und Wundmanagerin Frau R. Ritter) diplomierte Pflegefachangestellte und Pflegefachassistenten im Bereich der Fussanamnese bei Diabetikern und der Früherkennung bei Risikofällen aus.

Die Schulung dient dazu, die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Pflegefachleuten, Wundmanagement, Diabetesberatung und Podologie sowie auch mit den behandelnden Ärzten zu stärken und die Wahrnehmung der Füsse zu sensibilisieren (Anmerkung G. Stahl).

Ich durfte an einem Kurstag mit Frau Stahl mitgehen. Es war für mich sehr interessant und ich konnte mir schon einige Begriffe merken wie z.B.

Hühnerauge = Clavus,
Hornhautverdickung = Hyperkeratose oder
Druckgeschwür = Ulcus.

Nach diesen ersten drei Wochen, weiss ich, dass ich mich für den richtigen Beruf entschieden habe. Die Berufsschule befindet sich in Zofingen, die ich wöchentlich am Freitag besuche. Zu den Fächern, die wir bereits hatten, gehören Allgemeinbildung, Biologie und Ethik. Mein Ziel ist es nach diesen 3 Ausbildungsjahren eine sehr gute Podologin, wie Frau Stahl zu sein.

Es macht mir Freude Kunden zu betreuen und das Arbeiten im Gesundheitswesen. Ich find es toll das Ergebnis vor und nach der Behandlung zu sehen. Es ist nicht nur eine optische Veränderung, sondern gibt auch ein Wohlgefühl für die Füsse.

Unsere Füsse tragen uns durchs ganze Leben!

Am Montag, den 29 August 2011 habe ich schon meine erste Kundin: Ich darf ihr die Nägel schneiden und die Nagelpflege durchführen. Ich freu mich.
Anfangs Oktober darf ich schon meine Familie und Verwandtschaft zu Behandlungen einladen.

Meine ersten Eindrücke und Einblicke in mein Berufsleben als Podologin.

Auszubildende Nanuschka Bär
(im August 2011)